Die Frau kommt in eine Praxis. Etwas nervös, wie jeder Mensch, bei dem eine Operation geplant ist. Etwas müde, wie auch jeder, der tausende Kilometer hinter sich hat. Die Patientin hat ihre Diagnose – ein Gebärmutter Myom zu entfernen – in Russland gestellt bekommen und ist in die Schweiz gereist, um hier den Eingriff durchführen zu lassen. Alles ist schon vorbereitet: Die OP wird morgen stattfinden.

Jedoch, nach einer knappen Stunde verlässt die Patientin die Arztpraxis bereits wieder– etwas verwirrt, aber glücklich: Der Arzt hat Operation für unnötig befunden – mit diesen Untersuchungswerten und in diesem Alter operiert man in der Schweiz das Myom nicht, lautete sein Urteil. Regelmässige Kontrollen, einmal pro Jahr wurden empfohlen. In die Schweiz reisen muss die Patientin nicht unbedingt – es genügt, die Bildgebung und Blutwerte per Internet zu bekommen, um den Verlauf zu beobachten. Ein Skype-Gespräch mit Hilfe einer Dolmetscherin wird der Patientin erlauben, regelmässig mit dem Arzt im Kontakt zu bleiben und Fragen zu klären.

Überraschenderweise, auch der heutige Besuch und Reise in die Schweiz waren überflüssig – hätte der Arzt die Angaben der russischen Patientin im Voraus bekommen, hätte er die OP gar nicht geplant. Das ist ein typischer Fall in welcher eine rechtzeitige „Zweitmeinung“ hilfreich gewesen wäre. Dieser beschriebene Fall hat sich vor ein paar Monaten zugetragen. Er ist exemplarisch und einer von vielen ähnlichen Fällen, mit denen sich Markus Will und sein Team beschäftigen. Die russische Zeitschrift “Beyond Borders” hat nachgefragt:

Guten Tag, Herr Will. Die wichtigste Frage gleich zuerst: Was ist eigentlich eine Zweitmeinung?

Eine Begutachtung einer bereits bestehenden Diagnose und deren Behandlungsempfehlung. Wenn die vorliegenden medizinischen Bilder, Blutanalysen und weitere Untersuchungsresultate eine ausreichende Qualität haben, können die Spezialisten eine zweite Beurteilung auch ohne Anwesenheit des Patienten vornehmen. Und in einem darauffolgenden Gespräch bsp. via Internettelefonie (Skype, Viber, WhatsApp etc.) wird der Befund erklärt und der Patient kann Fragen stellen. Selbstverständlich wird der Vorgang durch einen medizinischen Dolmetscher  unterstützt.

Weshalb soll man denn eine Zweitmeinung einholen?

Um ganz sicher zu sein. Ärzte sind Menschen, die durch lange und intensive Arbeitstage sehr stark beansprucht sind. Eine zweite Sicht auf den medizinischen Befund minimiert das Risiko einer Fehleinschätzung enorm. Aktuelle, flächendeckende Erhebungen existieren dazu leider nicht. Aber gemäss einer jüngeren Studie des „Journal of Evaluation in Clinical Practice“ (USA), lagen Ärzte bei mehr als 20 Prozent ihrer Diagnosen falsch. Laut der Studie waren die Diagnosen der zuvor behandelnden Ärzte in nur zwölf Prozent mit denen der Klinikärzte identisch, die die Patienten noch einmal untersuchten. In 66% der Fälle lagen die Ärzte zwar nicht daneben, die Diagnose konnte aber noch deutlich präzisiert werden. Und wie erwähnt, stellten die Mediziner in 21% der Fälle eine ganz andere Diagnose als die, mit der die Patienten in die Klinik gekommen waren.

Und in welchen Fällen raten Sie besonders zu einer zweiten Meinung?

Wir sind der Überzeugung, dass für jede relevante medizinische Diagnose eine zweite Beurteilung eingeholt werden sollte. Relevant sind Diagnosen dann, wenn die Behandlung riskant, unangenehm oder langwierig sind. Und natürlich auch, wenn man einfach kein gutes Gefühl bezüglich der bestehenden Diagnose hat. Unbedingt angebracht ist eine zweite Meinung, wenn Ihr Arzt Ihnen zu einer größeren Operation rät, bei Ihnen eine bedrohliche Erkrankung diagnostiziert wurde oder Ihnen eine umfangreiche Therapie angeraten wurde. Die Frau mit dem Myom entging dadurch einer unnötigen Operation. Anders war es bei einem weiteren Patienten aus dem Ausland. Er kam eigentlich nur in die Schweiz um eine zweite Meinung zum Zustand seiner Koronargefässe zu erstellen. Er wurde dann aber umgehen operiert, ihm mussten zwei Stents eingesetzt werden. In der ersten Diagnose hatte man etwas übersehen.

Viele Leute können oder wollen jedoch nicht weit reisen um sich medizinisch behandeln zu lassen. Wie können sie trotzdem von dem schweizerischen Gesundheitssystem profitieren?

Die zweite Meinung kann man, wie gesagt, in vielen Fällen auch online einholen. Das Internet hilft dabei. Die rasante technische Entwicklung macht distanzunabhängige, medizinische Beratung bereits heute in vielen Fällen möglich. Zudem wächst sowohl bei den Ärzten wie auch bei den Patienten die Akzeptanz und das Bedürfnis für diese Form der medizinischen Unterstützung. Ein weiteres Beispiel dazu von einer unseren Kundinnen: Eine junge Frau aus Samara wurde früher in der Schweiz behandelt. Da sie an einer Autoimmunkrankheit leidet, die Einfluss auf ihren Bewegungsapparat hat, kann sie nur mit grosser Mühe lange Reisen unternehmen. Die Lösung liegt bei der Online-Beratung. Der Arzt in der Schweiz beurteilt sowohl Therapiepläne und MRT-Bilder der Patientin, die für sie von den russischen Ärzten erstellt wurden. Zudem kann ihr Zustand – wie sie sich bewegt und wie sie spricht – mit Hilfe der Videotelefonie begutachtet werden. Die Patientin muss dabei ihre Wohnung am Wolga-Ufer nicht verlassen, eine grosse Erleichterung für sie. In ihrem Fall ist ihr Arzt in Samara sogar regelmässig involviert. Vor kurzem hat der schweizerische Arzt eine Therapieänderung vorgeschlagen und sein russischer Kollege, der die Frau vor Ort betreut, unterstützt und begleitet diese Änderung. Der Ergebnis: Die Junge Frau fühlt sich viel sicherer in Bezug auf ihre Krankheit. Sie sehen, eine zweite Meinung muss nicht unbedingt eine andere Therapie oder Diagnose bedeuten. Die Bestätigung aus zweiter Quelle erhöht das Sicherheitsgefühl beim Patienten enorm.

Welche Möglichkeiten bieten sich mit einer zweiten medizinischen Beurteilung?

Das ist abhängig vom effektiven Befund. Meist raten wir, das zweite Gutachten mit dem erstdiagnostizierenden Arzt zu besprechen, sofern das Vertrauen weiterhin besteht. Er kann dann, wie am vorherigen Beispiel, beispielsweise eine alternative Therapieempfehlung adaptieren und den Patienten vor Ort betreuen. Eine periodische Abstimmung mit beiden Ärzten ist auch eine denkbare Vorgehensweise. 

Warum ausgerechnet die Schweiz?

Das schweizerische Gesundheitssystem ist laut der WHO eines der am weitesten fortgeschrittenen Gesundheitssysteme, welches herausragende medizinische Resultate ermöglicht. Seit Jahrzehnten hat die Schweiz ihre Rolle als Gastland für medizinische Patienten kultiviert und ausgebaut. Die Patienten – egal aus welchem kulturellen Umfeld sie kommen – schätzen die Schweiz als gastfreundliches Land mit professioneller Infrastruktur. Sie wissen, dass sie von den weltweit besten Medizinern betreut werden. Unser schweizerisches System liefert den Spezialisten die modernste Infrastruktur und trägt auf diese Weise zum optimalen Erfolg von Behandlung und Therapie bei. Hochqualifiziertes medizinisches Personal, modernste Infrastruktur und der Antrieb, den Patienten den besten Service zu ermöglichen. Das ist der Grund, weshalb die Schweiz so oft als die erste Wahl gilt, wenn es um die Behandlung von relevanten Gesundheitsproblemen geht.

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Über Markus Will

Markus Will ist CEO von Airdoc GmbH (www.airdoc.ch). Die Firma ist spezialisiert auf die Organisation und Koordination von medizinischen Dienstleistungen. Vor Ort oder via Internet. Ihre Mission ist es, die Kunden mit den passenden medizinischen Versorgern zu verbinden und sie dabei zu begleiten. Airdoc unterstützt die Kunden bei der richtigen Vorgehensweise, der Wahl des richtigen Arztes, einer passenden Klinik und erhöht die Sicherheit für die richtigen Entscheide.